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ADHS-Training & Therapie für Erwachsene in Herdecke und online
100 Ideen, nix fertig. · Erst Hyperfokus, dann Blackout. · Außen stark. Innen Chaos.

Du weißt inzwischen:
Es ist ADHS
Und jetzt?

ADHS im Erwachsenenalter kann bedeuten: viel wissen, viel versuchen – und trotzdem an Alltag, Reizfülle, Erschöpfung oder dem eigenen Selbstbild scheitern.

Ich begleite Menschen, die anders denken, fühlen und funktionieren — als Therapeutin, ADHS-Trainerin, Coach und Expertin für Neurodiversität.

Ich helfe dir zu verstehen, was im Kopf passiert — und zu leben, was dir wirklich wichtig ist.

Sandra Hillmann
Erkennst du dich?

„Ich funktioniere — aber bin erschöpft bis auf die Knochen."

„Ich weiß genau, was zu tun wäre — und trotzdem schaffe ich es nicht."

„Ich suche keine Standard-Tools, sondern jemanden, der das wirklich versteht."

„Ich bin motiviert — und trotzdem irgendwie blockiert."

„Immer zu spät. Immer zu viel. Und nie gut genug."

„Sie sagten mir, ich sei hochbegabt. Merken tue ich davon leider nichts."

Meine Angebote · ADHS

Begleitung, die wirklich passt.

Die Formate dienen der Orientierung — ich habe ein breites Repertoire und nutze davon individuell das, was du wirklich brauchst.

Einstieg

ADHS-Erstorientierung

90 Minuten, die oft zum ersten Mal Ordnung ins innere Chaos bringen. Gemeinsam schauen wir, ob ADHS deine Erfahrungen erklären könnte, welche Muster dein Leben prägen und welche nächsten Schritte sinnvoll sind. Wissenschaftlich fundiert, wertschätzend und ohne vorschnelle Schubladen.

€ 150
90 Min · Vor Ort oder Online
  • Deine Lebensgeschichte und ADHS-Muster einordnen
  • Erschöpfung, Selbstzweifel & Alltagsprobleme verstehen
  • Einordnung von Symptomen und weiterführenden Unterstützungsmöglichkeiten
  • Individuelle Empfehlung für das weitere Vorgehen
  • ·Keine medizinische ADHS-Diagnostik
Termin vereinbaren
Empfohlen
3-Monats-Begleitung

ADHS-Kompass

Für Frauen mit ADHS, die sich nicht länger nur besser organisieren, sondern sich selbst verstehen, ihr Nervensystem entlasten und ihren Alltag nachhaltig verändern möchten.

€ 990
10 Sitzungen à 60 Min · 3 Monate · Therapeutisch vor Ort · ADHS-Coaching online
  • Begleitende Materialien & Reflexionsimpulse
  • Alltagsnahe Übungen
  • Spezialisiert auf Frauen & Spätdiagnosen
Erstgespräch vereinbaren
Flexibel

ADHS-Einzelsitzung

Für Menschen, die einzelne Themen vertiefen oder nach einer Diagnosestellung gezielt therapeutische Unterstützung im Alltag wünschen – online oder vor Ort.

€ 120
60 Min · Vor Ort oder Online
  • Individuelle therapeutische Begleitung
  • Alltag, Beziehungen und Beruf gemeinsam in den Blick nehmen
  • Bewährte Methoden statt pauschaler Tipps
  • Auch bei Depression, niedrigem Selbstwert oder Erschöpfung geeignet
Termin buchen

Wenn du keine 08/15-Strategien mehr willst — sondern jemanden, der deine Herausforderungen wirklich versteht.

Erstgespräch anfragen →

Was du bei mir bekommst

Mehr als ein paar Tipps – und trotzdem nah an deinem Alltag

Alltagstaugliche Methoden gehören dazu. Aber der Unterschied liegt im Rahmen: Du sammelst nicht einfach neue Techniken — du verstehst, was du wirklich brauchst, warum manches bisher nicht funktioniert hat, und wie Veränderung für dich nachhaltig möglich wird. Denn keine Strategie greift, wenn das Nervensystem dauerhaft im Alarmmodus ist — oder wenn noch unklar ist, was dir wirklich wichtig ist. Erst diese Klarheit macht nachhaltige Veränderung möglich.

Du verstehst, was hinter deinem Erleben steckt

Wir ordnen Symptome, Muster und biografische Zusammenhänge ein – ohne Schuldzuweisungen und ohne dich auf eine Diagnose zu reduzieren.

Du entwickelst Strategien, die wirklich zu dir passen

Von Reizmanagement und Tagesstruktur bis zu Priorisierung, Selbstorganisation und emotionaler Regulation: konkret, realistisch und auf deinen Alltag abgestimmt.

Du lernst, dein Nervensystem früher wahrzunehmen

Du erkennst Überlastung nicht erst dann, wenn nichts mehr geht, und entwickelst Möglichkeiten, dich gezielter zu regulieren und zu entlasten.

Du veränderst nicht nur deinen Alltag, sondern auch deinen Blick auf dich

Wir arbeiten an Selbstwert, alten Mustern und inneren Ansprüchen, damit aus ständigem Funktionieren mehr Selbstkontakt und stimmige Orientierung entstehen kann.

Mein therapeutischer Ansatz

Verstehen, entlasten und wirklich etwas verändern

Ich arbeite integrativ, wissenschaftlich fundiert und persönlich. Wir verbinden Psychoedukation, konkrete Strategien und therapeutische Vertiefung – damit du nicht nur weißt, was theoretisch helfen könnte, sondern erlebst, was für dich tatsächlich funktioniert.

Je nach Anliegen fließen unter anderem ein:
ACT, Schematherapie, Methoden aus der modernen Verhaltenstherapie, Stress- und Emotionsregulation, somatische Arbeit, Hypnose sowie ADHS-spezifische Alltagsstrategien.

Über mich

Warum ADHS
mein Herzensthema ist

Meine Diagnose bekam ich mit 13 Jahren. Doch die passende Unterstützung erhielt ich erst viele Jahre später. Jahrelang wurden Depressionen, Essstörung und Erschöpfung behandelt. Das ADHS geriet dabei immer wieder aus dem Fokus – als wäre es nur ein Nebensatz meiner Geschichte.

Als Kind und Jugendliche fehlte mir die Sprache für das, was täglich vor allem in der Schule geschah: jeder Reiz zu viel, jede Emotion zu groß, die Erschöpfung ohne erkennbaren Grund. Wer sich selbst nicht erklären kann, bekommt schnell eine Erklärung von anderen — selten die richtige.

Niemand stellte die Frage, ob das ADHS vielleicht nicht nur eine Begleitdiagnose war, sondern der gemeinsame Nenner hinter all den Symptomen.

Heute weiß ich:
Nicht das ADHS war das Schwere.
Schwer war vor allem, immer wieder damit missverstanden zu werden.
Noch schwerer war, mich selbst nicht zu verstehen.

Ich habe viele Jahre geglaubt, einfach nicht belastbar genug, nicht diszipliniert genug oder schlicht nicht gut genug zu sein. Im Rückblick ergibt alles einen Sinn: die Reizüberflutung. Der Gedankensturm. Die emotionale Überforderung. Die ständige Erschöpfung. Das Gefühl, immer kämpfen zu müssen – vor allem gegen mich selbst.

Erst als ich verstand, dass mein ADHS nicht die Ursache meines vermeintlichen Scheiterns war, sondern die Erklärung dafür, warum mir vieles trotz aller Anstrengung so viel schwerer gefallen war, veränderte sich etwas Grundlegendes. Zum ersten Mal wurde mir klar: Nicht mit mir stimmte etwas nicht – ich hatte nur jahrelang ohne die passenden Werkzeuge gekämpft.

Ich hörte auf gegen mich selbst zu kämpfen. Statt mich ständig verändern zu wollen, begann ich, mich zu verstehen. An die Stelle von Selbstvorwürfen traten Verständnis und Mitgefühl.

Mit dem Mutterwerden wurde ADHS schließlich zu meinem Herzensthema.

Die täglichen Anforderungen mit zwei kleinen Kindern machten sichtbar, was ich jahrelang irgendwie kompensiert hatte. Plötzlich ging es nicht mehr nur darum mich selbst zu verstehen. Es entstand der tiefe Wunsch, dass meine Kinder nie so lange an sich zweifeln oder sich so unverstanden fühlen müssen, wie ich es erlebt habe. Genau aus diesem Grund begleite ich Menschen mit ADHS nicht nur mit fachlichem Wissen. Sondern mit einem tiefen Verständnis dafür, wie befreiend es sein kann, wenn das eigene Leben endlich Sinn ergibt.

Ich wünsche dir einen Weg mit mehr Verständnis als Bewertung, mehr Orientierung als Selbstzweifeln und das sichere Gefühl, genau richtig zu sein.

— Sandra Hillmann
Sandra Hillmann

„Mein Wunsch ist, dass meine Kinder in einer Welt aufwachsen, die Neurodiversität versteht."

— Sandra Hillmann

Womit du
zu mir kommen kannst

… weil ADHS so viel mehr ist als ein Konzentrationsproblem.

ADHS zeigt sich nicht bei allen gleich. Deshalb schauen wir nicht nur auf einzelne Symptome, sondern auf dein Erleben, deine Geschichte und die Bereiche, in denen du dir Veränderung wünschst.

ADHS im Erwachsenenalter

Wenn dein Kopf ständig arbeitet, du dich trotzdem blockiert fühlst oder dir Struktur, Priorisierung und Umsetzung im Alltag immer wieder entgleiten.

Mutter sein mit ADHS

Wenn Mental Load, Reizfülle, Verantwortung und der Anspruch, allen gerecht zu werden, dich dauerhaft erschöpfen und kaum Raum für dich selbst bleibt.

Reizüberflutung & Erschöpfung

Wenn dein Nervensystem kaum noch herunterfährt, kleine Anforderungen zu viel werden oder du zwischen Anspannung, Rückzug und völliger Erschöpfung pendelst.

Späte Diagnose & neues Selbstverständnis

Wenn die Diagnose vieles erklärt, zugleich aber Fragen, Trauer oder Wut auslöst und du deine bisherige Lebensgeschichte neu einordnen möchtest.

ADHS und Begleiterkrankungen

Wenn Depressionen, Ängste, Perfektionismus, Selbstwertprobleme, emotionale Dysregulation oder chronischer Stress mit hineinspielen und das Gesamtbild betrachtet werden soll.

Ein Leben, das wirklich zu dir passt

Wenn du nicht länger nur funktionieren möchtest, sondern klarer spüren willst, was dir wichtig ist, wo deine Grenzen liegen und wie du stimmiger leben kannst.

Überbrückungsbegleitung

Du hast die Diagnose —
und wartest monatelang?

Viele Erwachsene warten nach einer ADHS-Diagnose monatelang auf einen Therapieplatz. Genau dafür biete ich zeitnahe, individuelle Begleitung als Selbstzahlerleistung — online oder vor Ort in Herdecke.

Jetzt Überbrückungsgespräch anfragen →
jetzt
Orientierung statt Stillstand

Die Kernsymptome als Spiegel — nicht als Stempel.

Die drei Kernsymptome im Überblick

Unaufmerksamkeit

Der Fokus springt weiter, Details gehen verloren, Termine werden vergessen und Aufgaben bleiben trotz guter Absicht liegen. Häufig fehlt nicht das Wissen, sondern die zuverlässige Steuerung von Aufmerksamkeit und Handlung.

Hyperaktivität

Bei Erwachsenen zeigt sie sich oft weniger als sichtbarer Bewegungsdrang, sondern als innere Rastlosigkeit, Gedankensturm, ständiges Beschäftigtsein oder das Gefühl, kaum wirklich abschalten zu können.

Impulsivität

Handlungen, Worte oder Entscheidungen entstehen manchmal schneller, als sie innerlich geprüft werden können. Auch Gefühle können sich unmittelbar und mit großer Wucht zeigen.

Nicht jeder Mensch mit ADHS erlebt alle Bereiche gleich stark. Manche wirken nach außen ruhig und angepasst, während die innere Unruhe, Erschöpfung oder Selbstüberforderung kaum sichtbar ist.
ADHS & Gesellschaft

Warum so viele ADHS-Betroffene das Gefühl haben,
irgendwie falsch zu sein.

Viele Menschen mit ADHS kennen es: Ein Kopf, der auch dann nicht zur Ruhe kommt, wenn es endlich still sein sollte. Kein Abschalten, keine Pause — Gedanken überall, Fokus nirgends. Und darunter, oft kaum ausgesprochen, diese eine Frage: Warum ist das Leben bei mir so viel anstrengender als bei anderen? Warum kostet das, was für andere selbstverständlich ist, bei mir so viel Kraft? Das hat einen Namen — und es ist kein Charakterfehler.

Was hinter diesem Gefühl steckt

ADHS hinterlässt selten nur durch Symptome Spuren. Was wirklich nachwirkt, ist das jahrelange Missverstandenwerden. Ein Kind, das immer wieder hört »Konzentrier dich mal« oder »Stell dich nicht so an« oder »Du übertreibst« oder »Die anderen schaffen das doch auch« oder »Du hast doch so viel Potenzial«, entwickelt irgendwann eine innere Stimme, die genau das glaubt. Aus ständiger Korrektur können Scham und Selbstzweifel entstehen — und daraus z.B. Perfektionismus, Ängste und Depressionen.

Wenn die Menschen, denen ein Kind am meisten vertraut, es nicht verstehen oder falsch beurteilen — wenn zu Hause die Botschaft lautet: Alle müssen funktionieren, alle kommen irgendwie durch — dann lernt ein Kind still und tief: Wer nicht so funktioniert wie andere, ist weniger wert. Das hinterlässt Spuren, die länger nachwirken als jede Schulnote.

Die Folgen sind vielfältig und tiefgreifend: Scham, Erschöpfung, das leise Aufgeben eigener Bedürfnisse. Viele ADHS-Betroffene berichten, ihr Leben lang das Gefühl gehabt zu haben, einfach nicht mithalten zu können. Nicht weil es an Intelligenz oder Willen fehlt — sondern weil sie sich ihr Leben lang in einem System bewegt haben, das oft gegen ihren Kopf arbeitet, nicht für ihn. Besonders schmerzhaft trifft das Menschen, bei denen gleichzeitig Hochbegabung oder Hochsensibilität festgestellt wurde — und die sich dann umso unverständlicher fragen: Ich habe doch Potenzial. Warum scheitere ich trotzdem immer wieder?

Es beginnt meist in der Schule — einem System, das Stillsitzen, Anpassung und lineare Aufmerksamkeit belohnt — also genau das, womit ein ADHS-Gehirn strukturell kämpft. Es setzt sich fort in Arbeitswelten, die starre Strukturen über kreative Kraft stellen, und in sozialen Normen, die Andersartigkeit als Defizit werten, nicht als Variante. Wer sich sein Leben lang in diesen Strukturen behaupten muss, lernt dabei meistens eines über sich: »Ich bin das Problem.« ADHS-Forscher, allen voran Russell Barkley, bezeichnen ADHS deshalb als »performance disability«: keine Frage des Wissens oder Wollens, sondern des Umsetzens — eine Lücke zwischen Wissen und Tun.

Eltern, die sagen: »Streng dich an wie alle anderen.« Lehrer, die ins Zeugnis schreiben: »Könnte mehr, wenn er wollte.« Arbeitgeber, die erwarten, was ein neurotypisches Gehirn problemlos liefert — und ein ADHS-Gehirn strukturell auf ganz andere Weise erreicht. Diese Menschen meinen es oft nicht böse. Und hinterlassen trotzdem tiefe Spuren.

Ein ADHS-Gehirn ist nicht defekt. Es ist anders gebaut — und in einer Welt, die Gleichartigkeit belohnt, kann dieses Anders ein Leben lang wie ein Fehler wirken.

Lehrkräfte, Eltern und Bezugspersonen, die ADHS kennen, verändern das. Sie reagieren anders — und schützen so vor der tiefsten Narbe: dem Glauben, grundsätzlich falsch zu sein. Deshalb ist ADHS nicht nur eine individuelle Herausforderung, sondern auch eine gesellschaftliche.

Was ADHS im Gehirn verändert

Warum sich ADHS so anfühlt, wie es sich anfühlt

ADHS ist keine Frage von Disziplin, Motivation oder guter Erziehung. Forschung zeigt, dass bei ADHS Gehirnnetzwerke anders arbeiten, die unter anderem Motivation, Aufmerksamkeit, Selbststeuerung, Reizverarbeitung, Zeitwahrnehmung und Emotionsregulation beeinflussen. Das bleibt im Alltag nicht abstrakt – es ist jeden Tag spürbar.

Wie ADHS das Gehirn verändert — und was das im Alltag bedeutet

Verändertes Dopamin-System

Motivation entsteht nicht einfach auf Knopfdruck.

Der Botenstoff Dopamin ist wichtig für Motivation, Antrieb und Belohnungsverarbeitung. Bei ADHS steht er in entscheidenden Hirnnetzwerken weniger wirksam zur Verfügung.

Das bedeutet im Alltag
Selbst Aufgaben, die du eigentlich erledigen möchtest, können sich unüberwindbar anfühlen. Du schiebst sie auf, bleibst an Nebensächlichkeiten hängen oder kommst trotz großer Anstrengung nicht ins Handeln – nicht aus Faulheit oder mangelndem Willen, sondern weil der notwendige Antrieb nicht zuverlässig zur Verfügung steht.

Volkow et al., 2009

Präfrontaler Kortex

Die Steuerzentrale arbeitet anders.

Der präfrontale Kortex unterstützt Planung, Priorisierung, Arbeitsgedächtnis, Impulskontrolle und Selbstregulation. Genau diese exekutiven Funktionen sind bei ADHS häufig beeinträchtigt.

Das bedeutet im Alltag
Du weißt oft genau, was zu tun wäre – und trotzdem fällt es schwer, anzufangen, dranzubleiben oder Prioritäten zu setzen. Chaos, vergessene Termine und Aufschieben sind dann keine Frage fehlender Einsicht, sondern Ausdruck erschwerter Selbststeuerung.

Shaw et al., 2007 · Arnsten, 2009

Reizverarbeitung

Wichtiges und Unwichtiges drängt sich gleichzeitig auf.

Gedanken, Geräusche, Gefühle und Sinneseindrücke konkurrieren um Aufmerksamkeit. Relevante und nebensächliche Reize lassen sich nicht immer zuverlässig voneinander trennen.

Das bedeutet im Alltag
Du bist schneller abgelenkt, innerlich unruhig oder von Eindrücken überflutet. Gleichzeitig kann dein Fokus bei hohem Interesse so eng werden, dass alles andere vorübergehend ausgeblendet wird.
Zeitwahrnehmung

Zeit ist häufig entweder „jetzt" oder „nicht jetzt".

Viele Menschen mit ADHS können Zeitspannen, Deadlines und den tatsächlichen Aufwand einer Aufgabe schwer einschätzen. Zukünftige Anforderungen werden emotional oft erst spät spürbar.

Das bedeutet im Alltag
Aufgaben beginnen häufig erst, wenn der Druck sehr hoch ist. Planung und Zeitmanagement kosten mehr Kraft, weil das innere Zeitgefühl weniger zuverlässig unterstützt.
Emotionsregulation

Gefühle werden intensiver erlebt und lassen sich schwerer regulieren.

ADHS betrifft häufig nicht nur Aufmerksamkeit und Verhalten, sondern auch die Regulation von Emotionen. Emotionale Reaktionen können stärker ausfallen und langsamer wieder abklingen.

Das bedeutet im Alltag
Kritik, Konflikte oder Überforderung können dich stärker treffen, als du möchtest. Gefühle überrollen dich manchmal, bevor du sie bewusst einordnen oder regulieren kannst.

Shaw et al., 2014 · Faraone et al., 2021

Messbare Unterschiede im Gehirn

ADHS ist keine Einbildung und keine Charakterschwäche.

Große bildgebende Studien zeigen statistische Unterschiede in Hirnregionen, die unter anderem an Motivation, Belohnungsverarbeitung, Aufmerksamkeit und Selbststeuerung beteiligt sind.

Das bedeutet
ADHS hat eine neurobiologische Grundlage. Betroffene benötigen deshalb nicht einfach „mehr Disziplin", sondern passende Rahmenbedingungen, gezielte Strategien und bei Bedarf therapeutische oder medikamentöse Unterstützung.

Hoogman et al., 2017

Die Forschung beschreibt ADHS heute nicht als einzelne Störung in einem isolierten Hirnbereich, sondern als verändertes Zusammenspiel mehrerer Netzwerke. Besonders relevant sind Systeme, die Aufmerksamkeit steuern, Belohnungen bewerten, Handlungen regulieren und innere Zustände verarbeiten.

Dabei gilt: ADHS zeigt sich nicht bei jedem Menschen gleich. Alter, Hormone, Stress, Schlaf, Lebensumfeld, Lernerfahrungen und Begleiterkrankungen beeinflussen, welche Schwierigkeiten im Alltag besonders deutlich werden.

Neurobiologische Unterschiede bedeuten außerdem nicht, dass Veränderung unmöglich ist. Das Gehirn bleibt lernfähig. Psychoedukation, evidenzbasierte Psychotherapie, individuell passende Alltagsstrategien und – wenn sinnvoll – medikamentöse Behandlung können die Selbstregulation deutlich verbessern.

»ADHS is not a disorder of knowing what to do, but of doing what you know.«

Russell A. Barkley, 1997

Der Kern ist deshalb nicht fehlendes Wissen. Die Herausforderung liegt darin, Aufmerksamkeit, Antrieb, Emotionen und Verhalten im entscheidenden Moment zuverlässig zu steuern. Genau hier setzen verständliche Psychoedukation, konkrete Strategien und therapeutische Begleitung an.

Du hast die ADHS-Diagnose.
Was jetzt?

Du musst nicht warten, bis du völlig erschöpft bist, um Orientierung zu bekommen. Ich begleite dich — zeitnah, individuell und ohne Warteliste.

Jetzt Termin anfragen →
Wissenschaftliche Einordnung & Quellenhinweise
  1. Betancourt et al. (2024): Meta-Analyse zum Selbstwert von Kindern und Jugendlichen mit und ohne ADHS.
  2. Pedersen et al. (2024): Systematische Übersichtsarbeit zum Selbstwert bei Erwachsenen mit ADHS.
  3. O'Nions et al. (2025): UK-Kohortenstudie zur Lebenserwartung bei diagnostizierter Erwachsenen-ADHS.
  4. Zhang et al. (2025): Registerbasierte Target-Trial-Emulation zu ADHS-Medikation und schweren Lebensereignissen.
  5. AWMF-S3-Leitlinie ADHS (2025) und NICE NG87: Psychoedukation für Bezugspersonen gilt als einer der stärksten Schutzfaktoren gegen sekundäre ADHS-Folgen und wird ausdrücklich empfohlen.

Die Forschung beschreibt Gruppenunterschiede und statistische Zusammenhänge. Sie sagt nicht voraus, wie sich das Leben eines einzelnen Menschen entwickeln wird. ADHS ist behandelbar — und ein verstehendes, gut informiertes Umfeld kann einen entscheidenden Unterschied machen.